Brauchtum und Volkskultur im Jahreskreis

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05. Jänner:
Glöckltag
Perchtennacht
Sternsingeraktion


Vielfältig wie die Landschaft ist auch das Brauchtum des Glöckltages bzw. der Perchtennacht in unserem Gebiet. Die Rauhnacht vor dem Dreikönigsfest wird bei uns als Perchtennacht bezeichnet. Vom frühen Morgen ziehen die Kinder in fast allen Ortschaften am Vormittag des 5. Jänner mit weißen Säcken von Haus zu Haus und bitten um den Glöcklkrapfen, der ihnen beinahe überall bereitwillig gereicht wird. Vor jedem Haus ertönt der vielstimmige Ruf:
"Hola Hola Glöckltaler bitt' schön um an Glöcklkrapf'n, laßts ins nit so lang im Schnee umanonderstapfn!"
Die Haustür geht auf und die Hausmutter verteilt aus einer großen Schüssel die Krapfen oder Süßigkeiten an die Kinder.
Am Nachmittag machen sich dann auch die "Perchten" für ihren abendlichen Rundgang  von Haus zu Haus bereit. Nur selten wird dabei noch das vorerst unkenntlich gemachte Gesicht mit den eigenen Haaren, dem so genannten "Haarvürhang" bedeckt. Meistens werden einige Flachssträhne als Ersatz verwendet. Nach der Überlieferung lassen sich Unglück, Krankheit und Missernte am ehesten durch eine Vielzahl dieser Gestalten abwenden. 


 

 

 Faschingszeit:
Faschingsbriefe
Fleckerlfasching
Pfuscherball am
Faschingmontag

 


Bald nach dem Dreikönigsfest beginnen die Vorbereitungen für den Fasching. Ein ganzes Jahr hindurch wurden die lustigen Begebenheiten des Ortes und die Schildbürgerstreiche der Mitmenschen gesammelt und werden nun von den Gestaltern der Faschingbriefe zu einer humoristischen Ortschronik in Form von Reimen, Liedern und Bildern verarbeitet.
Faschingbriefe werden in fast allen Ortschaften des Ausseerlandes verfasst und von einigen Sängern mit Musikbegleitung in den Gastätten zum Vortrag gebracht. Was dem einen oder dem anderen Ortsbewohner im Laufe des Jahres an Ungeschicklichkeiten widerfahren ist, wird in gereimten Strophen zur allgemeinen Belustigung der Bevölkerung vorgesungen und als Karikatur in Form eines gemalten Bildes vorgezeigt. Auch der Obrigkeit werden alle Verfehlungen in lustiger Form vorgehalten. Wer diese Späße nicht mit einem Lächeln oder einem guten Gegentrumpf über sich ergehen lässt, macht sich lächerlich. Der Faschingbrief hat eine Ähnlichkeit mit den Rügegerichten des Mittelalters, bei welchem der kleine Mann einmal im Jahr ungestraft seine Meinung sagen durfte.


 

Ostern:
Palmbuschen
Scheitelweihe
Godngehen


Der lange und strenge Winter ist in den höher gelegenen Orten des Salzkammergutes in der Regel erst um die Osterzeit zu Ende. Es setzt daher das Frühlingsbrauchtum erst am Palmsonntag ein. Einige Tage vorher werden die Palmbuschen angefertigt. Um das obere Ende eines Haselnußstockes binden die Buben unter Mithilfe der Väter besenförmig Palmkätzchen, Wacholderzweige, Buchs und Sendl. Die Zweige werden dann mit bunten Bändern und "Beugl" versehen. Dieses ringförmige Gebäck wird nur während der Fastenzeit gebacken. Am Palmsonntag tragen die Buben den Palmbuschen zur Weihe in die Kirche. Die Männer und Frauen nehmen zur Palmweihe einen Bund Palmkätzchen mit. Nach der Palmweihe verteilen die Buben die einzelnen Palmbuschen an Verwandte und Bekannte und erhalten dafür ein kleines Geschenk. Der Buschen wird auf das Feld oder in den Garten gesteckt und soll die Fluren vor Blitz und Ungewitter schützen. Einige Palmzweige werden im Hause aufbewahrt.


 

30. April:
Maibaumaufstellen


Der Monat Mai ist schon seit eh und jäh die Zeit der Lust, der Liebe, des Blühens und Gedeihens. In der Nacht zum 1. Mai wird daher vor den Gasthäusern der Maibaum gesetzt. Eine schön gewachsene Tanne oder Fichte wird zu diesem Zweck entrindet. Nur die obersten Astreihen des Wipfels bleiben am Baume und werden mit bunten Bändern  geschmückt. Unterhalb des Wipfels werden Kränze aus Tannenreisig befestigt; oft wird auch der Stamm selbst mit Reisiggebinden umwunden. Vielfach wird am Stamm auch eine weibliche und eine männliche Strohpuppe befestigt. Ist der Maibaum endlich am vorgesehenen Platz eingegraben, so erhalten die Burschen vom Wirt eine Jause. Allerdings muss einer der Maibaumsetzer in der Nähe des Baumes Wache halten, weil es nicht selten vorkommt, dass der Baum von einer anderen Burschenpaß im unbeobachteten Augenblick umgeschnitten wird.


 

01. Mai:
Weckruf der Musikkapelle

 

1. Sonntag im Mai:
Florianitag mit Musik

 

Fronleichnam:
Prozession

 

Sonnwende:
Sonnwendfeuer,
Gratbeleuchtung,
 Sonnwendbüscherl

 

Ende Juli:
Obersdorfer Bauernmarkt
Fetzenmarkt

 

Mitte August:
Hüfeln und Bierzelt
der Feuerwehr

 

Herbst:
Erntedank

 

Nach Allerseelen:
"Schabtratzen"

 

05. Dezember:
Nikolospiel mit Krampuszug (von Obersdorf bis Kainisch) und Schab 

 

08. Dezember:
Vorweihnachtliches Musizieren in der Wallfahrtskirche

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