Wanderung zum Frauenbild in die Teltschenalm

Unser Wandertipp führt uns auf die HINTERBERGER TELTSCHEN-ALM: Am kürzesten ist es, wenn wir von Obersdorf bei Bad Mitterndorf bis zum Bauern vlg. Weichbold hinauffahren. Von dort folgen wir der Markierung Nr. 24 in Richtung "Teltschen-Alm - Kampl": Zunächst geht es über freies Wiesengelände, dann ein kurzes Stück steil durch Wald aufwärts, dann wieder mäßig geneigt über Forststraßen bis zur Teltschen-Alm und ihren ersten Hütten. Wenig später weist uns ein Schild zur "Teltschenmutter". 1 Std. haben wir bis hierher benötigt und können in weiteren 1 1/2 Std. den Kampl (1.685 m) ersteigen, dessen Felsschrofen sich oberhalb von uns aufbauen.


Die Geschichte

Am 20. Juli 1889 erschien dem Viehhirten Peter Dangl vlg. "Seffler Peta" unterhalb der Teltschen-Alm die Muttergottes. Am 17. August und 7. September hatte er abermals wundersame Begegnungen mit der heiligen Maria: Er folgte einem Reh, welches ohne jegliche Scheu vor ihm einherging. Bei einem Felsblock auf der Teltschen-Alm blickte es nach oben und legte sich nieder. Da sah Peter Dangl die Himmelsmutter mit dem Jesuskind im Arm stehen, umgeben von einem Strahlenkranz und einem Regenbogen. Dangl fertigte über diese Begegnung eine kleine Holzschnitzerei an, die noch heute erhalten ist. Später errichtete er an der Stelle der Erscheinung einen hölzernen Bildstock mit einer größeren Himmelsmutter, zu ihren Füßen ein Reh. An der Seite des Felsens, die heute mit einer Holzpritsche versehen ist, richtete er seine Liegestatt ein. Es dauerte nicht lange, und ein gewaltiger Pilgerstrom setzte ein. Die Wundergläubigen kamen nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch aus Ischl, Lauffen, Goisern, Gröbming, aus dem Stodertal usf. Alle wollten zu dem "Wunderfelsen", wie er damals genannt wurde. Es wird erzählt, dass eine Wallfahrerin aus Goisern auf Krücken hingepilgert ist, diese aber zum Heimgehen nicht mehr brauchte. Jahrzehntelang sind die Krücken an einem Baum beim Bildstock gehangen. Der damalige Pfarrer von Maria Kumitz war von der Marienerscheinung so angetan, dass er einen Wallfahrtsort schaffen wollte. Kirchlicherseits wurde das Wunder jedoch nie anerkannt. Dennoch pilgern die Leute noch heute zum Holzschrein der "Teltschenmutter"; eine wettergeschützte Laterne sowie Bänke wurden aufgestellt, und rundum hängen Votivbilder, die von Wunderheilungen berichten. Gerne lässt man sich zur Rast und einem kurzen Innehalten an dieser beschaulichen Stelle nieder.